Der Werwolf von Epprath

ACHTUNG!!!! Keine Wanderung am 31.10.2020 !!!!

Jedes Jahr am 31.10. gedenken wir dem Werwolf von Epprath mit einer Fackelwanderung.

Die Fackelwanderung beginnt um Punkt 18 Uhr am Agatha-Tor von Alt-Kaster.

 

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann senden Sie eine Email an Werwolf (ed) FDP-Bedburg.de

 

 

1589:

Peter Stump - Der Werwolf von Epprath - wird zum Tod verurteilt

 

Im 16. Jahrhundert berichten zahlreiche Flugschriften vom Schicksal von Peter

Stump, der auch Peter Stubbe genannt wird. Er lebt als Hirte und Bauer in Epprath, einem Dorf, das damals in der Nähe von Bedburg an der Erft liegt und Jahrhunderte später dem Braunkohletagebau zum Opfer fällt.

Stumps grausige Geschichte wird auch ins Niederländische, Dänische und Englische übersetzt: Er soll 25 Jahre lang als Werwolf gewütet haben. Vorgeworfen wird dem etwa 50-Jährigen Mord, Vergewaltigung und Zauberei. Der Legende nach besitzt Stump einen Zaubergürtel aus Wolfsfell: Zieht er ihn an, wird er zum Werwolf; legt er ihn ab, verwandelt er sich wieder in einen Menschen. Auf diese Weise nimmt er nachts die Gestalt eines riesigen Wolfes an und ermordet - je nach Phantasie des Erzählers - Männer, schwangere Frauen und mehr als ein Dutzend Kinder, darunter sein eigener Sohn. Ebenso soll er eine große Menge Vieh getötet haben. Auch Inzest mit seiner Tochter und sexuelle Ausschweifungen mit anderen Frauen werden ihm vorgeworfen.

Ob wirklich Stump die Morde und Gräueltaten begangen hat, ist nicht bewiesen. Vermutlich ist er eher Opfer als Täter: Gewalt, Aberglaube, Verleumdung und Verfolgung - all das spielt beim Werwolf von Bedburg eine Rolle. Stump gilt - wie viele Hirten - bei seinen Nachbarn als Außenseiter. Wenn es damals zu ungeklärten Todesfällen kommt, wird oftmals ein Hirte zum Sündenbock gemacht. Stump besitzt zudem ein auffällig großes Wolfsfell. Das macht ihn für seine Umgebung verdächtig, sagt Germanist Uwe Schwagmeier von der Universität Oldenburg: "Der Wolf gehört zu den Tieren, die durch die christliche Lehre als dämonisch und teuflisch galten." Der Mythos vom Mensch-Wolf sei aber noch wesentlich älter als die Bibel. "Wir haben literarische Zeugnisse, die gehen in die Antike zurück, das älteste mir bekannte stammt von Herodot.

Davor gibt es aber auch schon Ideen und Vorstellungen von Wolfsmenschen." Werwolf-Legenden helfen, so Schwagmeier, den Menschen über Jahrhunderte, ihre Angst zu bewältigen - vor Gottes Strafe, der Natur, dem Dunkel.

Am 28. Oktober 1589 wird Stump in Bedburg als Werwolf verurteilt - zu einem langsamen und qualvollen Tod durch den Henker. Er hat die ihm angelasteten Taten unter Folterandrohung gestanden. Über 4.000 Zuschauer sind bei der Hinrichtung am 31. Oktober 1589 dabei. Der Scharfrichter malträtiert Stump mit glühenden Zangen und bindet ihn auf ein Rad. Dann werden Stumps Arme und Beine mit einer Axt zerschlagen. Schließlich wird er enthauptet. Seine Leiche landet auf dem Scheiterhaufen, wo auch seine Tochter und seine Lebensgefährtin in einer Art Sippenhaftung verbrannt werden. Der Henker hat sie - aus Gnade - vorher erwürgt.

Copyright: WDR: Aberglaube im Bild; Stand: 28.10.09

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Werwolfgeheul
mit mitteldeutschem Bekenntnis
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Weil er geführt ein Wolff leben
Masterarbeit von Lena M. Kaiser im August 2016
Masterarbeit Peter Stump Lena Kaiser 201[...]
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Werwolfwanderung 31.10.2021, 18 Uhr, Agatha-Tor mit Lesung am Lagerfeuer:


Zum 20. Mal findet unter der Leitung von Willhelm Hoffmann die alljährliche schaurige Fackelwanderung entlang des Werwolf-Wanderweges am 31.10.2021 statt.
Treffpunkt ist die Infotafel über den Werwolf von Epprath am Eingangstor von Alt-Kaster (Agatha-Tor) um 18 Uhr. Anschließend geht die Wanderung rund um Alt-Kaster bis an den Kasterer See.
Am Mittelpunkt der Wanderung, dem Werwolfkessel erwartet dieTeilnehmer ein Lagerfeuer. Am Lagerfeuer wird zur Geschichte des Werwolfs von Epprath vortragen.

Fackelwanderung: 31.10.2021 18:00 Uhr,
Agatha-Tor, Alt-Kaster Dauer ca. 1,5 Stunden
Anmeldungen per Email an:
werwolf (ed) fdp-Bedburg.de    

Die Teilnahme ist kostenfrei,
Dank des großen Interesses ist die Teilnehmerzahl jedoch begrenzt auf maximal 50 Personen.
Deshalb ist eine Anmeldung am besten via Email oder telefonisch unumgänglich.
Schreckfreie Hunde können an der Leine teilnehmen. Die Wanderung und die Lesung ist geeignet für Jugendliche ab 14 Jahre. Eine Teilnahme mit Kinderwagen ist an der Wanderung nicht möglich.

Alle Teilnehmer bringen Ihre eigene Fackel mit oder können für einen Beitrag von 3 € pro Stück eine Pechfackel vor Ort erhalten.


ZUM HINTERGRUND:

In 2004 veröffentlichten Manfred Junggeburth und Bernhard Hennen ein gemeinsames Werk zum historisch verbrieften Werwolf von Epprath. Herr Junggeburth arbeitete die historischen Hintergründe auf und Herr Hennen spann eine fiktive Geschichte um den Werwolf im heutigen Alt-Kaster.
Zwischenzeitlich hat sich Frau L. M. Kaiser im Rahmen Ihrer Masterarbeit dem Thema: „Weil er geführt ein Wolff Leben“ gewidmet.
Aber auch weitere Autoren haben sich dem Thema des Werwolfes von Epprath angenommen.
Man soll ihn auch schon in Köln gesehen haben....
Mehr dazu bei der Wanderung.
Die Stadt Bedburg und der Arbeitskreis Alt-Kaster nahmen den Werwolf-Prozess als Thema auf und gestalteten einen Werwolf-Wanderweg, der an 7 Schauplätzen die Geschichte des Werwolfes von Epprath auf Schautafeln erläutert.
Die Beschilderung wird regelmäßig durch Spenden ergänzt und repariert. Zwischenzeitlich wurde der Wanderweg in die Liste der besonderen Wanderwege Deutschlands aufgenommen.
Jürgen Mitter: „Ganz bewusst als Kontrapunkt zu Halloween erinnern wir, wie jedes Jahr, mit unserer Wanderung der Hinrichtung von Peter Stubbe, dem Werwolf von Epprath am 31.10.1579. Einer Zeit voller Gewalt und Intoleranz sowie einer abergläubischen Hexenverfolgung, die heute scheinbar überwunden ist. Oder???“
 

Literatur zum Werwolf von Epprath:

  • 2016 (Download siehe oben)
    Weil er geführt ein Wolff leben
    Lisa Kaiser, Masterarbeit zum Werwolf von Epprath

  • 2004
    Wolfsspuren
    Manfred Junggeburth und Berhard Hennen, Novelle mit Figuren und Schaustätten in und um Alt-Kaster

Jülicher Forum:

  • 2007
    Geschichte der Stadt Kaster, V. d. Änfängen bis zur Neugliederung 1975
    Heinz Andermahr/Uwe Depcik
    2001
    Kaster an der Erft im Jahr 1799
    Günter Bers

Romane:

  • 2006
    Der Werwolf von Epprath
    Gunter Arentzen (Christoph Schwarz)
  • 2010
    Die Seele des Wolfes
    Ruben Phillip Wickenhäuser
  • 2011
    Der Werwolf von Köln
    Myriane Angelowski

Wanderführer:

Wanderweg Ergänzungen:

WDR Zeitzeichen-Archiv,

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